Das letzte Saisonspiel bedeutete gleichzeitig die weiteste Fahrt der Saison, Emden liegt für uns wahrlich nicht vor der Haustür. Es begann dannn schon am Samstagabend mit einer Hiobsbotschaft, Hannes meldete sich krank. Ein letzter Versuch für einen Ersatz scheiterte schnell, sodass letzten Endes Kurt Steinkamp am Sonntagmorgen nur namentlich vor Ort auf dem Spielberichtsbogen erschien und wir 0-1 hinten lagen. Nur gut, dass unser Aufstieg bereits in trockenen Tüchern war!
Für den verhinderten Maximilian kam unser Youngster Florian zu seinem zweiten Einsatz, an Brett 7. Seine Eröffnung verlief vielversprechend, seine Stellung war deutlich besser. Leider bog Florian dann mehrfach falsch ab, insbesondere der Damentausch spielte nur seinem Gegner in die Karten. Anstelle einer vielversprechenden Stellung stand er schlechter, wehrte sich aber nach Kräften und landete dennoch in einem verlorenem Bauernendspiel. Im Glauben, mit seinem König aus der Randstellung nicht mehr herauszukommen, offerierte sein Gegner dann (in Gewinnstellung) die Punkteteilung – Puh, Glück gehabt! Wenig später machte dann Torsten an Brett 4 nach einer ungewöhnlichen Eröffnung (1.b3) in einer sich im Gleichgewicht befindlichen Stellung Remis: 1:2.
Zu diesem Zeitpunkt war ich aber recht zuversichtlich: Ich hatte (Brett 3) ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett, guter Springer gegen schlechten Läufer (zumal der sich dann gegen meinen Freibauern opfern musste) ist mein ausgesprochenes Lieblingsendspiel. Wenig später gewann Sven, der endlich mal eine saubere Partie spielte, eine überlegen geführte Partie: 3:2 für uns!
Die anderen drei Partien nahmen dann einen ungewöhnlichen Verlauf. Unser Topscorer Sergey hatte an Brett 2 ein dickes Brett zu bohren, sein Gegner war die gesamte Zeit in einem Caro-Kann am Drücker und behandelte diesen wirklich gut. Aber Sergey wehrte sich nach Kräften, doch kurz vor dem möglichen Dauerschach setzte er falsch fort und musste im Bauernendspiel aufgeben. Am ersten Brett konnte dann Boris im 41. Zug und nach beidseitiger Zeitnot dreifache Stellungswiederholung reklamieren – wie er selber anschließend zugab in Verluststellung: 3,5:3,5. Nochmal Glück gehabt! Blieb noch Nenad an Brett 6: Er spielte die gesamten 80 Züge gewohnt schnell, auch in hochkomplexen Stellungen. Die Kiebitze waren sich unsicher, aber Nenad hatte alles im Griff und übersah auch noch einen einfachen Gewinnzug. Als wir uns alle fragten, ob Nenad die Gewinnführung mit König, Läufer + Springer vs. König beherrscht, ließ sein Gegenüber Nenads Freibauern freundlicherweise durchlaufen und musste sofort aufgeben.
Unter dem Strich steht ein 4,5:3,5 Erfolg, wieder mit einigen glücklichen Wendungen zustande gekommen. Letzten Endes sind wir überlegener Meister und Aufsteiger geworden, mit 17:1 Mannschaftspunkten und sage und schreibe 7 (!) Mannschaftspunkten Vorsprung vor den Nächstplatzierten Vechta und Lingen. Absteigen müssen Spelle und Nordhorn-Blanke 3. Spelle muss es sich selber ankreiden, wegen eines Verstoßes gegen die Turnierordnung wurde ein am Brett erspieltes 4:4 in der vorletzten Runde in eine Niederlage umgewandelt. Einen bitteren Beigeschmack hat der Abstieg für die Nordhorner: Quakenbrück, wenngleich eine sympathische Mannschaft, profitierte im letzten Saisonspiel davon, dass ihr Gegner Lingen mit nur 5 (!) Spielern antrat. Lingen wird Gründe hierfür haben, aber ein schaler Beigeschmack bleibt in solchen Fällen immer…
Gerhard Müller, Mannschaftsführer
