Trainings-Kolumne#17

Am 24.4.2024 haben wir uns erneut mit dem Thema Türme und offene Linien beschäftigt. Bei der folgenden Stellung geht es darum, dass man für Weiß und für Schwarz die besten Pläne findet und herausarbeitet wo die Türme am besten stehen würden. Ansonsten befinden sich im unteren Teil des Artikels die Lösungen.

 

 

Lösung:

Die weißen Pläne:

-Kontrolle über die e-Linie weiter ausbauen, Te3 und späteres Te7

-Druck auf den d6 ausüben, mit Tb7, Tb6 (macht nicht nur Druck auf den d6, sondern deckt auch aktiv den b3 ab), De7

Die schwarzen Pläne:

-a4,axb3 mit Öffnung der a-Linie

-Ta3 und Tfa8 als Verstärkung

-Luftloch für den König, damit die Schwerfiguren aktiver agieren können

Tatsächlich ist diese Stellung ungefähr ausgeglichen, was einige im Training (zurecht) anders eingeschätzt haben, schließlich hat Weiß die Kontrolle über die einzige offene Linie, die bessere Bauernstruktur und keine schwache Grundreihe. Wenn Weiß jedoch nicht aufpasst, dann bekommt Schwarz jedoch enormes Gegenspiel, mit Zügen wie a4, axb3 Ta3/Ta2 und Df5. Um das einmal besser zu veranschaulichen, habe ich hier eine Beispielvariante aus dem Training angefügt: 1.Te3 a4 2.Te7 Df5 3.Tf1 Dg6 4.Tb7 axb3 5.axb3 Ta3 6.Te1 h6 7.De7 Tfa8 8.Tb6 Rein statisch gesehen gewinnt Weiß einfach die Schwäche auf d6 und behält weiterhin die e-Linie, jedoch hat Schwarz nach 8…Ta2 eine komplette Gewinnstellung, der weiße König ist hier viel zu schwach, auf 9.Txd6 folgt einfach 9…Dc2 und Weiß kann die zweite Reihe nicht mehr vernünftig verteidigen. Selbst in einer auf den ersten Blick sehr dominanten Stellung kann sich natürlich noch starkes Gegenspiel entwickeln, weswegen diese Stellung dynamisch ausgeglichen ist.