Da die Partien aus dem letzten Mannschaftskampf der Ersten wieder verspätet vorlagen, konnte Achim uns den Spielbericht erst jetzt übermitteln:
In der letzten Runde der Oberligasaison 2025/26 traten wir auswärts gegen den SK Union Oldenburg an. Für die Oldenburger ging es um nichts mehr, da sie bereits einen sicheren Mittelplatz erreicht hatten. Für uns bot die Begegnung dagegen die letzte Chance, durch einen Sieg möglicherweise doch noch auf den drittletzten Platz zu klettern.
Paul an Brett 2 geriet schon in der Eröffnung mit Schwarz in eine schwierige Situation. Den Zentrumsangriff des Weißen gegen seinen unrochierten König versuchte er mit taktischen Mitteln zu verhindern, was aber zu einer unhaltbaren Stellung führte, da er zu viele Bauern einbüßte. Das entstehende Endspiel musste Paul nach wenigen Zügen aufgeben.
Maximilian an Brett 6 übernahm mit Schwarz nach ruhiger Eröffnung die Initiative. Nach einem Fehler seines Gegners drang er mit seinen Leichtfiguren in die weiße Königsstellung ein; den Angriff konnte der Weiße schließlich nur noch durch Hergabe der Qualität abwehren. Den technischen Teil der Partie führte Maximilian sehr gut durch und ließ seinem Gegner keine Chance mehr. Damit beendet Maximilian die Saison mit einem ausgeglichenen Punktestand – eine ausgezeichnete Leistung in seiner ersten Oberligasaison!
Edward, unser frisch gebackener FIDE-Meister, behauptete sich mit Weiß am 3. Brett zunächst recht gut. In einer wilden Mittelspielstellung versuchten beide Seiten, die Vorzüge ihrer Position zur Geltung zu bringen. Dann gelang es dem Schwarzen trotz seiner offenen Königsstellung nach und nach, sein druckvolles Figurenspiel durchzusetzen, so dass Edward in eine klare Verlustposition geriet. Dennoch verteidigte er sich zäh, und als sein Gegner in ein vermeintlich gewonnenes Läuferendspiel abwickelte, zeigte Edward, dass auch zwei Mehrbauern bei ungleichfarbigen Läufern nicht zum Gewinn reichen müssen.
An Brett 5 gelang es mir mit Weiß, bis weit ins Mittelspiel die Initiative mit Raumvorteil zu behaupten. Die Stellung war geschlossen, und lange Zeit kam es weder zu Bauern- noch Figurentausch. Nachdem mein Gegner am Königsflügel einen gewaltsamen Durchbruch unternahm, gewann ich im Gegenzug einen wichtigen Bauern mit aussichtsreicher Stellung. Bei immer knapperer Bedenkzeit unterlief mir dann ein Fehler, der den Vorteil zunichte machte. Im abschließenden beidseitigen Zeitnotgetümmel gelang es mir nicht, einen Angriff auf meinen König richtig zu parieren und musste aufgeben.
Geert an Brett 7 unternahm mit Weiß schon früh einen überfallartigen Angriff, den der Schwarze aber zurückschlug und seine Position Zug für Zug in eine gewinnträchtige Stellung umwandelte. Nach einem Fehler büßte Schwarz einen Bauern ein, und die Stellung kam wieder ins Gleichgewicht. Leider revanchierte sich Geert ebenfalls mit einem groben Fehler, verlor eine Figur und stand auf Verlust. Nach einem weiteren Schnitzer des Schwarzen stand wiederum Geert auf Gewinn, den er dieses Mal nicht mehr aus der Hand gab.
Lukas Schwarz-Partie an Brett 4 blieb bis weit ins Endspiel ausgeglichen. Die Abwicklung in ein Turmendspiel mit einem Minusbauern erwies sich allerdings als schwierig für Lukas, der danach lange Zeit gegen die Gewinnversuche des Weißen zu kämpfen hatte, was er auch zunächst erfolgreich schaffte. Als es bei einem 3:2-Bauernverhältnis auf dem Königsflügel nach einem klassischem Turmendspiel-Remis aussah, gestattete Lukas leider dem weißen Turm, hinter die schwarzen Bauern zu kommen, wodurch er letztlich einen Bauern und damit die Partie verlor.
Am 8. Brett, an dem sich David aus unserer Zweiten festgespielt hatte, stand es lange Zeit ausgeglichen. Einen Bauerngewinn des Gegners glich David sehr gut durch aktives Figurenspiel aus. Schließlich gelang es aber dem Weißen, sein Figurenspiel so zu verstärken, dass David seine Figuren zurückziehen und einen weiteren Bauern aufgeben musste. In Zeitnot unterlief ihm dann noch ein letzter Fehler, der zu einem unparierbaren Mattangriff des Weißen führte.
Dirk an Brett 1 erhielt mit Weiß aus der Eröffnung heraus eine leicht vorteilhafte Position, die er nach einem fehlerhaften Vorstoß des Schwarzen im Zentrum zu einer überlegenen Stellung ausbauen konnte. Bei dem Versuch des Gegners, Gegenspiel zu erhalten, opferte dieser seinen Läufer gegen drei Bauern, was sich aber aufgrund der aktiven weißen Figuren als unzureichend herausstellte. Den technischen Teil der Partie absolvierte Dirk trotz langer Spielzeit mit gewohnt gnadenloser Präzision. Damit erreicht auch unser Spitzenbrett ein ausgeglichenes Saisonergebnis; eine ganz hervorragende Leistung am 1. Brett der Oberliga!
Nach dieser erneuten Niederlage bleibt es für uns beim vorletzten Tabellenplatz. Ob er zum Klassenerhalt reicht, entscheidet sich am kommenden Sonntag, wenn der Meister der Oberliga Nord West (Delmenhorster SK) gegen den Meister der Oberliga Nord Nord (Lübecker SV) in einem Stichkampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielt.
Hans-Joachim Wöstmann
