Bezirksliga: OSV 3 schlägt SK Nordhon-Blanke 4 denkbar knapp

Spielbericht der 3. Mannschaft

Am gestrigen Samstag erwarteten wir mit der 3. Mannschaft vom OSV die 4. Mannschaft der SK Nordhorn-Blanke bei uns im Turm zum 2. Spieltag der Bezirksliga. Beide Teams hatten am ersten Spieltag deutliche Niederlagen kassiert und es gab gleich ein „4-Punkte-Spiel“ am 2. Spieltag.

Mannschaftsführer Andreas musste bei uns aus privaten Gründen passen, ebenso musste leider Matthias am Vortag aufgrund von Fieber eine Absage erteilen. Gute Besserung an dieser Stelle ! Suraj sprang an Brett 8 ein, ebenso durfte ich mich an Brett 7 versuchen. Zudem setze Andreas mit den Hut als MF an diesem Tag auf.

Alle Spieler der OSV trafen pünktlich ein aber es fehlte um 16 Uhr noch der Gegner. Wohl begründet in leicht verspätete Abfahrt und dem Verkehr, kam unser Gegner aus Nordhorn um 16.15 Uhr im Turm an. Natürlich waren zu dieser Zeit die Uhren noch nicht angestellt. Es folgten die Mannschaftsaufstellungen auf dem Spielbogen und nach kurzer Begrüßung konnte ich die Bretter freigeben.

Anzumerken ist noch, das auch Nordhorn Ersatzspieler auf dem Bogen führte und unser DWZ-Schnitt (1.801) gegen den Nordhorner (1.826) nicht viel Unterschied aufwies. Sollte es also denkbar knapp werden? Und ja, nun endlich zu den Partien: Meine eher passive Eröffnung an Brett 7 brachte mich schon direkt ab Zug 7 ins Grübeln und mein Bauchgefühl rutschte irgendwo unter die Gürtellinie. Folgend hatte ich nur wenig Zeit und Blicke für die anderen Partien. Nach einer ca. einer Stunde wagte ich dann doch einen ersten Blick auf die Bretter und sah viele ausgeglichene Stellungen, ebenso waren kaum zeitliche Vorteile zu erkennen. Wieder vertieft in meine Partie, erreichte mich die Nachricht vom Remis an Brett 1. Jakob sprach im Anschluss bei den Analysen der Partien von einer besseren Stellung vom Gegner, somit haben wir diesen halben Punkt gerne mitgenommen. Jakobs Vorbereitung zielte auf das nominelle Brett 1 der Nordhorner ab, aber die Titelträgerin kam nicht zum Mannschaftskampf.

Zwischenstand an den Brettern: Ein weiterer Rundgang zeigte, das Klaus-Dieter an Brett 4 (mal wieder) deutlich mehr Zeit als sein junger Gegner auf der Uhr hatte. Seine Figuren waren aktiv und er drang in die gegnerische Stellung ein. Justin an Brett 2 hatte einen Bauern gewonnen, aber es zeigte sich ein weiter offener Kampf und es war für beide Seiten noch alles drin. David an Brett 3 hatte eine sehr komplexe Stellung auf dem Brett was sich in wenigen Zügen und viel verbrauchter Zeit widerspiegelte. Beide Spieler am Brett hatten erst 9 oder 10 Züge gespielt, aber jeweils nur noch 30 Min auf der Uhr. Roman an Brett 5 fand sich einer komplett ausgeglichenen Stellung wieder – hier hatte ich ehrlich gesagt kein Gefühl in welche Richtung die Partie ging.

Mykhailo an Brett 6 führte wie gewohnt seine Figuren in den Angriff, aber sein Gegner schien ein Meister der Verteitigung zu sein.

Einzig bei Suraj an Brett 8 mit sehr aktivem und druckvollem Spiel machte ich mir tatsächlich keine Sorgen. Er wirkte – wie immer – sehr ruhig und souverän. Und bei mir ? Tja, ich stand von Beginn an komplett in der Defensive und mein weißfeldriger Läufer durfte dann im 19. Zug auch mal mitspielen… aber, es gab eine Devise: kämpfen !

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Klaus-Dieter an Brett 4 gewann nicht nur eine Qualität und folgend noch einen Bauern, sondern zerstörte auch die gegnerische Stellung in Gänze – Aufgabe seines Gegners und somit 1,5 – 0,5. An Brett 7 hatte ich Figuren getauscht um alle Drohungen abzuwehren und das sehr aktive Spiel von meinem Gegner (alle ! Bauern jenseits der 2. und 3. Reihe) brachte mich ins schwitzen. Ich opferte meinen B-Bauern und konnte dann mit Lxe4 dafür sorgen, das ich sowohl den Bauern zurück gewann und auch aktiver wurde. Hatte ich noch vorab Remis geboten, kippte hier die Partie. 3 Züge weiter stellte mein Gegner eine Gabel ein und ich gewann nicht nur die Qualität und einen Bauern, auch der Angriff Dame / Turm war zu groß – mein Gegner musste die Hand reichen. 2,5- 0,5 für uns. Quasi direkt danach erreichte mit die Nachricht das Justin seinen Mehrbauern in den Sieg umgewandelt hat. Somit endete seine Serie von 7 Remis in Folge – eine sehr gute und reife Partie von ihm ! 3,5-0,5 für uns. Es kam Hoffnung auf in diesem doch so wichtigen „4-Punkte-Spiel“.

Quasi im gleichen Atemzuge musste jedoch Mykhailo seinem Gegner die Hand reichen. In einer sehr komplexen und hoch taktischen Stellung, fand der c-Bauern des Gegeners den Weg nach vorne und es gab kein Gegenspiel. Gefühlt sah man auf beiden Seiten keine Figur die nicht „hing“, aber ein Fehlgriff reichte und es Stand nur noch 3,5 -1,5.

Es spielten noch David an 3, Roman an 5 und Suraj an 8.

David hatte es inzwischen mit einem extrem starken Angriff seines Gegners am Königsflügel zu tun. Beide spielten nur noch mit sehr wenig Zeit auf der Uhr und bis hier sehr präzise. Jedoch übersah David einen starken Zug vom Gegner und die Dame kam in die eigene Stellung. Long story short: er reichte seinem Gegner die Hand: 3,5-2,5 der sicher geglaubte Punkt und Vorsprung war erst einmal dahin… Romans Stellung an Brett 5 war weiter sehr ausgeglichen und es spielten Dame/Turm/Läufer gegen Dame/Turm/Springer. Derweil war Suraj in einem Turm-Endspiel an Brett 8 angekommen und es sah hier ebenfalls stark nach Remis aus. Was folgte, war dann noch einmal deutlich erhöhter Puls bei allen Anwesenden. Suraj griff fehl, konnte die Stellung nicht halten und musste seinem Gegner sehr verärgert zum Sieg gratulieren. Kopf hoch Suraj, das war eine Starke Partie und du holst weiter in der Saison deine Punkte ! Spielstand: 3,5-3,5 Etwas irritierend waren vorab Aussagen von Klaus-Dieter man möge doch auf Remis spielen – er hatte einen nicht ganz aktuellen Blick auf den Spielstand und es gab im Vorfeld einiges an Verwirrung.

Zum Glück zeigte sich Roman unbeirrt – er wusste tatsächlich nicht wie es steht – und nutze einen Fehlzug vom Gegner mit aller Routine aus und holte den letzten Punkt ! 4,5-3,5 und somit Sieg für den OSV.

Nachdem alle durchgeatmet haben und die Partien analysiert waren, wurde klar wie wichtig der Sieg war und sollte Selbstvertrauen für die kommenden Partien geben. Ich wünsche sowohl unserer 3. Mannschaft als auch dem Gegner aus Nordhorn alles Gute für die weitere Saison – gerne ohne jeweiliges Herzschlagfinale in den letzten Minuten.

Dennis Hahn