Erste nur 4 : 4 in Bremen-Nord, Tabellenführung futsch, Siegzwang im Aufstiegsfinale gegen Stade…

In der vorletzten Runde der Landesliga  führte es unsere Erste heute in den Bremer Norden gegen den dortigen SK, der in seinem neuen Spiellokal klasse Spielbedingungen mit völliger Ruhe vorweisen kann. Die Bremer performen in dieser Saison weit unter ihrem Spielvermögen, aber uns war klar, dass es eine schwierige Begegnung werden würde. Beide Mannschaften traten in Bestbesetzung an, alles war für eine spannende Auseinandersetzung vorbereitet:

Wenig spannend verlief allein die Partie von Lukas an Brett 6, die nach ca. 1,5 h mit einem soliden Schwarzremis beendet wurde.  Spannender war da schon die Partie des Mannschaftsführers an Brett 8: Mein Gegner spielte schnell und scharf, opferte (inkorrekt, wie mir Stockfish später zuflüsterte) zwei Bauern für einen gefährlich aussehenden Königsangriff.  Tatsächlich verließ ich auch für zwei Züge den Pfad der Tugend. Aber im entscheidenden Moment spielte mein junger Gegner zu schnell und übersah ein Quallerückopfer, was mich in einem wohl schon gewonnenen Endspiel mit 3 Bauern für die Minusqualität zurückließ. Nach einem weiteren Fehler war die Messe gelesen und wir gingen in Führung. Eine Stunde später erhöhte Edward (Brett 5) nach einer richtig stark geführten Partie, in der er sein Gegenüber jederzeit im Griff hatte, auf 2,5 : 0,5.

Allerdings war da schon absehbar, dass die Führung nicht von Dauer sein würde. Paul hatte an Brett 2 gewohnt unternehmungslustig gespielt, wobei  allerdings die Post-Mortem-Analyse die optimistische nachträgliche Handyeinschätzumg nicht bestätigen konnte. Jedenfalls erwiesen sich die -vom Gegner gut ins Spiel gebrachten-  Springer als stärker als Pauls Turm, sodass dort unsere erste Null zu Buche stand. Die zweite folgte postwendend: Achim (Brett 4) hatte sich auf einen äußerst zweischneidigen Katalanen eingelassen, wo jeder einzelne Zug sitzen muss. Dies war heute allerdings bei Achim nicht der Fall, wohl aber bei seinem Gegner, der den Ausgleich zum 2,5 : 2,5 herstellte. Was ging noch?

Nicht genug leider am Spitzenbrett, wo Dirk seinen leichten Vorteil nicht ausbauen konnte, Remis. Es liefen noch die Endspiele an Brett 3 (Max) und Brett 7 (Geert). Beide Partien hätten gut sehr viel früher mit Remisen beendet werden können, wurden aber bis zum Ende ausgekämpft. Max hatte zunächst aber das Turmendspiel zu passiv behandelt, sodass wir uns Sorgen machten. Dann jedoch spielte sein Gegner zu optimistisch, Max stand gut – und sah dann leider den von den Kiebitzen erspähten Gewinn nicht.  (Nachtrag: Hier bin ich gerade korrigiert worden; wie Max mir nach der häuslichen Analyse mitteilte befand sich die Partie immer im Gleichgewicht! Was mir als computerbewaffneten Fernschachspieler seit 20 Jahren klar ist: Der PC hat immer recht…). Diese Partie endete ebenso mit einer Punkteteilung wie die von Geert, die sich  wohl während der gesamten 70 Züge ebenfalls im Gleichgewicht befand. Endstand also 4 : 4.

Was bedeutet das in der Tabelle? Die Oberligareserve von Nordhorn-Blanke ist Spitzenreiter, darf jedoch wegen der dort vertretenen Erstvertretung nicht aufsteigen. Zweiter ist nun Stade, mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung auf uns. Wir benötigen also beim Showdown gegen Stade am 27.04. (live im Barenturm) für den erträumten Aufstieg in die Oberliga einen Sieg. Ein Aufstieg wäre das sportlich Maximale, würde aber, das ist jedem klar, den sofortigen Wiederabstieg zur Folge haben, die Spielstärkeunterschiede zwischen dritter und vierter Liga sind groß. Aber Sportler streben nach oben…

Gerhard Müller