Am vergangenen Samstag fuhren wir zum Auswärtsspiel nach Hellern. Das direkte Duell gegen die fünfte Mannschaft von Hellern stand an. Wer einen Blick auf die Tabelle geworfen hat, stellte fest: Abstiegskampf pur. Der Tabellenletzte spielte gegen den Drittletzten.
Dies vorab zur Ausgangslage. Bleibt der noch der Blick aufs Personal: Fast mit der gesamten Stammaufstellung konnten wir in Hellern antreten. Einzig Jochen musste passen; an seinem Geburtstag standen andere Dinge auf dem Programm. Hatte er dies doch früh genug angekündigt und blieb es ihm erneut verwehrt gegen seinen alten Verein zu spielen, umso mühseliger war es einen Ersatz zu finden. Suraj als geplanter Spieler spielte ebenso wie einige anderen OSVler beim Turnier in Rödinghausen. Zudem folgten weitere Absagen von Ersatzleuten. Final konnten wir kurz vor der Partie Sigrun für uns gewinnen.
Doch nun endlich zu den Partien:
Als Vertretung für Jochen durfte ich die Mannschaftsführung übernehmen und stellte bereits beim Ausfüllen vom Spielbogen fest, dass Hellern „mit voller Kapelle“ antreten wird – auch hier war Hellern bewusst um was es in diesem Duell geht.
Peter an Brett 1 führte die weißen Steine und kam ganz ordentlich aus seiner Eröffnung. Sein Gegner, war die Spielstärke doch in etwa gleich, musste gleich 2 Bauern aus seiner Königsdeckung geben, um den Läufer von Peter zu gewinnen. Hier schien es früh unklar zu sein in welche Richtung diese Partie geht.
Ralf an Brett 2 sah sich mit den schwarzen Figuren einer ruhigen Eröffnung von seinem Gegner gegenüber. Schnell waren erste Figuren getauscht und es schien eine sehr ausgeglichene Partie zu werden.
Ich selbst an Brett 3 spielte routiniert meine Eröffnung um dann – die Erklärung suche ich noch – direkt in Zug 10 einen groben Fehler zu spielen. Mein Gegner konnte einen Bauern gewinnen und ich musste über 20 Min investieren, um nicht gleich die komplette Partie einzustellen. Nichts Gutes ahnend, machte ich mich auf den Weg, um den Kollegen über die Schulter zu schauen.
Günter an Brett 4 tauschte ebenfalls schnell Figuren ab und stand – meiner Meinung nach – aktiver als sein Gegner. Ausgang aber ebenfalls unklar.
Einzig an Brett 5 sah es gut aus. Maximilian spielte „seinen Stiefel“ runter und konnte frühzeitig 2 Bauern gewinnen. Hier hatte ich ein gutes Gefühl.
An Brett 6 war in der Partie von Sigrun nicht eine einzige Figur vom Brett und es sah hoch taktisch aus was dort geboten wurde. Beide Spieler gleichauf mit der Zeit und sehr vertieft in die Partien.
Wenig später gelang Ralf an Brett 2 der Durchbruch. Nach weiteren Abtauschen ging es ins Turmendspiel und es wurde bereits Remis geboten. Ralf lehnte ab, spielte und knetete weiter – mit Erfolg. Sein Gegner tauschte den letzten Turm und verlor dann einen Bauern. Somit musste er Ralf die Hand reichen. 0-1 für uns.
Ich an Brett 3 hatte absolut keinen guten Stand; kämpfte aber mit allen Mitteln. War ich doch mehrfach kurz davor das Handtuch zu werfen, fand ich mit dem Mute der Verzweiflung meinen Weg in den Angriff – offenes Visier war angesagt.
Günter an Brett 4 schaffte nach Qualitätsgewinn den Freibauern auf der b-Linie unaufhaltsam nach vorne zu schieben – sein Gegner reichte die Hand. Tolle Partie von Günter und neuer Spielstand: 0-2 . Zitat von ihm im Anschluss: „Das war ein hartes Stück Arbeit“.
Nach einigen weiteren Zügen an Brett 6 bei Sigrun, ahnte ich nichts Gutes. War die Stellung deutlich geöffnet, standen ihre Figuren passiv und die vom Gegner aktiv. Gleiches drohte bei Peter an Brett 1 seinen Lauf zu nehmen. Hier hatte sein Gegner es geschafft eine solide Verteidigung aufzubauen und Peter deutlich in die Defensive zu drängen.
Maximilian saß entspannt und guter Dinge an Brett 5. materiell und zeitlich im Vorteil, drang er in die Gegnerische Stellung ein und konnte die Partie für sich entscheiden: 0-3 ; der Punkt war uns sicher – aber alle 3 verbliebenen Bretter sahen nicht gut aus.
Und so kam es, dass sowohl Sigrun als auch Peter ihren Gegnern die Hände reichen mussten. Beide Stellungen hatten sich deutlich verschlechtert und es war aussichtslos. Somit 2-3 für Hellern.
An Brett 3 hatte ich eine Figur sowie einen Bauern weniger, schaffte es aber mit den verbliebenen Figuren anzugreifen, diese aktiv zu stellen und meinen Gegner zum Schwitzen zu bringen. Nach 45 Zügen, einer weiteren Ungenauigkeit und langem Kampf musste ich jedoch meinem Gegner die Hand reichen. Es hatte sich lange abgezeichnet und mein Gegner hat diese Partie verdient gewonnen. 3-3 als Endstand.
Was bleibt?
(Mal wieder) das Fazit, das wir dieses Duell hätten für uns entscheiden können und müssen – jedoch haben wir erneut die Chance verpasst. Somit bleiben wir im Tabellenkeller, haben aber sowohl gegen Bersenbrück als auch gegen Hasbergen im Nachholspiel gute Chancen, wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu holen; das Potential ist auf jeden Fall da und wir wissen alle, das wir es grundsätzlich besser können als wir es in dieser Saison gezeigt haben.
Danke noch einmal an Sigrun für Ihren (spontanen) Einsatz und ihren langen Kampf gegen einen um 200 DWZ stärkeren Spieler.
in 4 Wochen auf ein Neues…
Dennis Hahn
