Am heutigen Sonntag stand der zweite Spieltag unserer ersten beiden Mannschaften in der Landes- bzw. der Verbandsliga an. Bereits seit Wochen deuteten sich dabei ganz erhebliche personelle Engpässe in beiden Mannschaften an. In enger Abstimmung mit Achim, dem Kapitän unserer ersten Mannschaft, versuchte ich, für beide Mannschaften wettbewerbsfähige Teams für diesen Spieltag zusammenzuzustellen. Viele Vereinsmitglieder waren zu kontaktieren, Eventualitäten abzuschätzen. In den Ligen auf Landesebene ist dabei nur ein Spielerstamm von 20 Spielern/Mannschaft möglich. Im Bestreben, eine Mannschaft für das Auswärtsspiel unserer Zweiten in Emden zusammenzubekommen, wurde dieser Kader von 20 Spielern in unserer Verbandsligamannschaft durch Nachmeldungen ausgeschöpft und ich war optimistisch, in Emden mit 6 Spielern (mehr konnten es beim besten Willen nicht werden) antreten zu können.
Doch letzten Endes war es wie beim Lied der Toten Hosen von den „Kleinen Jägermeistern“: Es kam alles und noch viel mehr zusammen, fünf Tage vor dem Spieltag waren die einsatzfähigen Heroen unserer Landesligamannschaft auf drei (!) heruntergezählt – was tun? Schweren Herzens entschloss ich mich nach Absprache mit unserem Vorstand, die Begegnung unserer Zweiten in Emden abzusagen und eine kampflose 0-8-Niederlage in Kauf zu nehmen. Das war die erste kampflose Niederlage in meiner nunmehr 58 Jahre dauernden Schach“karriere“ – und hoffentlich die letzte! Doch die höhere Mannschaft hat immer Vorrang.
Kommen wir also zur Landesliga: Unsere wichtige erste Mannschaft hatte das erste Spiel verloren und war so bereits mehr oder weniger im Zwang, die zweite Saisonbegegnung gewinnen zu müssen. Von der Stammbesetzung waren ja nur drei Spieler die Fahrt nach Bad Zwischenahn angetreten, die Mehrzahl der an den Brettern eingesetzten Spielern rekrutierte sich aus unseren Verbandsligaspielern. Unser Optimismus hielt sich entsprechend in Grenzen. Vor Ort ergab sich eine kleine Verzögerung, war doch die gesamte Schule in Bad Zwischenahn an Jugendgruppen vermietet, die dort verschiedene Projekte veranstalteten. Doch alle Beteiligen konnten sich gütlich einigen und mit ein wenig Verspätung ging es in die Vollen!
Als erstes wurde die Partie des Berichterstatters (heute an Brett 4 anstelle an 2 in der Verbandsliga) beendet. Mein Gegner behandelte den geschlossenen Sizilianer scharf, spielte schnell und in der kurzen heimischen Analyse bestätige sich mein Verdacht, schlecht gestanden zu haben. Doch glücklicherweise berechnete er in der entscheidenden Partiephase die Konsequenezn falsch: mein Gegner gewann einen Springer, aber konnte mein Bauernpärchen nicht mehr aufhalten. Wenig später musste er aufgeben und wir gingen 1:0 in Führung. Zweifelsohne eine etwas glückliche Fügung für uns.
Dieser Punkt nach gut drei Stunden Spielzeit war die Initialzündung für die nachfolgenden Ergebnisse. Zunächste beendete David an Brett 3 seine Partie mit Remis, nachdem er zuvor eine vorteilversprechende Fortsetzung ausgelassen hatte. Ebenfalls Remis endete die Partie an Brett 7, wo Hannes, im normalen Schachbetrieb Brett 6 unserer Zweiten, eine immer im Gleichgewicht befindliche Partie gespielt hatte. Und die Remisen gingen weiter: Nenad (Brett 8) stand zwischenzeitlich schlecht, doch am Ende musste sein Gegner die Zugwiederholung suchen. Und Minuten später noch eine Punkteteilung: Unser Neuzugang Carsten hatte an Brett 6 zwischenzeitlich einen Bauern gewonnen, doch die gegnerische Initiative sicherte im Endspel das Remis, also nun 3:2 für uns.
Und es ging Schlag auf Schlag weiter: Dirks Partie schien mir längere Zeit im Gleichgewicht, doch dann sah ich, und zum Glück und natürlich auch Dirk, dass die schwarzen Figuren überlastet waren. Sieg und 4:2 für uns! Und noch vor der Zeitkontrolle war der Mannschaftssieg in trockenen Tüchern: An Brett 5 stand Torsten die gesamte Partie über etwas besser und war am Drücker, sodass sein Remisangebot vom Gegner nicht abzulehnen war und damit zwei wichtige Mannschaftspunkte sicher. Und nicht zum ersten und sicherlich nicht zum letzten Mal spielte nun nur noch Achim (Brett 2). Und der der hatte nach einer strategisch stark geführten Partie großen Stellungsvorteil. Sein Gegenüber hatte seine gesamte Bedenkzeit für die Suche nach Rettungswegen aufgebraucht, doch vergeblich, Achim beendete die Partie effektvoll mit einem Matt zum 5,5:2,5 Entstand!
Weiter geht für unsere Verbandsligamannschaft am 1. November mit einem Nachholspiel in Jever, bevor dann am 15. November ein Großkampftag im heimischen Barenturm mit zwei Kämpfen unserer beiden überregional tätigen Mannschaften stattfindet.
Gerhard Müller (MF OSV 2)
