Unerwartet knappe Kiste für die Fünfte beim haushohen Favoriten in Bad Essen

Am Samstag ging es für uns wieder mal in Stammbesetzung auflaufend in der Kreisliga zum Nachholspiel zur Zweiten von Bad Essen. Auf dem Papier und auch nach Tabellenstand war Bad Essen deutlich im Vorteil und wir erwarteten eine ähnlich hohe Niederlage wie vor zwei Wochen in Riemsloh. Da wir aber sogar theoretisch nicht mehr absteigen können, sollte uns das unbeschwert aufspielen lassen und fast…, ja fast wäre es dann auch ganz anders gekommen.

Und doch begann es (wenn auch äußert unglücklich für uns) so, wie wir es erwartet hatten. Patrick an Brett 6 opferte früh eine Figur für 2 Bauern, um Gegenspiel im Zentrum zu bekommen. Der Gegner ließ sich jedoch nicht beirren und drängte nach einigen Abtauschen und durch das Opfern der Dame Patricks König an die Seitenlinie, um ihn dann mit Türmen und Springern Matt zu setzen. 1:0

Bis auf Roman hatten wir alle einen DWZ-mäßig teils deutlich stärkeren Gegner, und Mykhailos Rivale toppte das mit fast 400 Punkten Vorsprung. Das störte Mykhailo jedoch nicht und er spielte wie gewohnt frech und frei auf. Als er dann im Endspiel zu einem Mattangriff ansetzte und eigentlich nur noch den Sack hätte zumachen müssen, übersah er eine Springergabel auf Dame und König. Schade, schade. 2:0

Eberhard an Brett 5 ließ sich früh unter Druck setzen und musste noch in der Eröffnung seinen unrochierten König ziehen. Er behielt aber die Übersicht und konnte seine Figuren so entwickeln, dass im Mittelspiel alles wieder im Lot war. Wie beide Kontrahenten später berichteten, war das ganze Spiel eine Aufeinanderfolge von Fehlern auf beiden Seiten, so dass am Ende nichts als ein remis herauskommen konnte. 2,5:0,5

Roman an Brett 3 kommt langsam zur alten Stärke zurück. Er foppte seinen Gegner, der mit einem Springer in die Königsstellung einschlug und gewann dabei eine Figur. Am Ende blieb ihm ein Läufer, der im Turmendspiel hinter die gegnerische Bauernkette kam und dort den Laden aufräumte. Als Roman dann noch einen Bauern gab, um einen Freibauern zu bekommen und den gen Grundlinie zu schicken, gab der Gegner auf. 2,5:1,5

Jetzt hatten wir zumindest schon mal so viele Punkte, wie vor 2 Wochen in Riemsloh und es war sogar noch was drin. Ole an Brett 1 hatte eine grundsolide Stellung aufgebaut, die seinem 300 DWZ- Punkte stärkeren Gegner keine Möglichkeit zum Ansetzen bot. Ole hatte aber auch viel Zeit dafür aufwenden müssen, sodass er nach etwas mehr als 20 Zügen weniger als 5 Minuten Restzeit auf der Uhr hatte. Zeitnot ist bei Ole nichts Ungewöhnliches, dennoch meinte er nach dem Spiel, dass es diesmal schon echt hart war. Aber was der Bad Essener auch versuchte, Ole blockte alles ab und konnte selbst sogar ein paar Nadelstiche setzen. Kurz nach der Zeitkontrolle knickte der Bad Essener dann ein und bot remis. 3:2

Und auch bei mir an Brett 2 startete alles grundsolide und ich konnte mich ausnahmsweise mal ohne Patzer zumindest bis ins Mittelspiel begeben. In diesem stand ich dann sogar zwischenzeitlich klar auf Vorteil, denn ich konnte das Zentrum mit Bauern besetzen und bekam dadurch gehörigen Raumvorteil. Nach dem Spiel erfuhr ich, dass mein Gegner bei dieser Stellung zu seinem Mannschaftsführer gegangen war und ihn gefragt hatte, ob er remis anbieten dürfte. Da aber zu dem Zeitpunkt noch 3 Partien mit unklarem Ausgang liefen, bekam er eine Absage. Und wie es bei mir so ist, wollte ich es überreizen und verlor dummerweise einen Bauern. Der Bad Essener konnte das aber nicht wirklich ausnutzen und als man sich an Brett 1 auf remis geeinigt hatte, bekam auch mein Gegner grünes Licht und bot mir einige Züge später die Hand, blieben die Punkte bei einem weiteren remis doch in Bad Essen. Und da für unsere Mannschaft die Punkte nicht mehr wichtig sind, schlug ich dankend in die ausgestreckte Hand ein. 3,5:2,5

Hätte man mir dieses Endergebnis vor dem Spieltag orakelt, ich hätte es gekauft. Im Nachhinein ist es aber schon fast ärgerlich, war doch an einigen Brettern mehr drin. Vor allem Mykhailo wird sicherlich ob seiner unnötigen Niederlage jetzt noch verstimmt sein. Sei´s drum, die Saison ist für uns durch, beim nächsten Spieltag könnten wir mit einem Sieg über SV Hellern 5 Schützenhilfe für die Sechste leisten, damit sie doch nicht immer alles selbst machen müssen…

Andreas Festl