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Landesliga Nord, 9. Spieltag, 15.4.2018

Saisonfinale beim Aufsteiger Tostedt

Zum letzten Saisonspiel fuhren wir vor die Tore Hamburgs, nach Tostedt. Dort erwartete uns der designierte Aufsteiger, der den noch fehlenden Mannschaftspunkt gegen uns holen wollte und diesen Erfolg einigen ungarischen Titelträgern verdankt. Es war klar, dass uns die Gastgeber nicht verschonen würden und es nur darum gehen konnte, die Niederlage in Grenzen zu halten.
Wir gingen mit einem 0:1-Rückstand in den Kampf, da Geert leider wieder verhindert war - aber lange blieb es nicht bei diesem knappen Rückstand. Sven hatte seine Kraftreserven offensichtlich bei der langen und beschwerlichen Anfahrt durch den typischen norddeutschen Dauerregen verbraucht. Er hatte seine Mitfahrer zwar souverän an die Bretter kutschiert und war auch vor mir am Spielort, hatte aber an seinem Brett schon im 8. Zug dem gegnerischen Läufer die lange Diagonale gen f7 überlassen und musste im 16. Zug aufgeben, nachdem auf der Suche nach Komplikationen die gegnerischen Figuren sich der entstandenen vielfältigen Löcher in seinem Lager bemächtigt hatten. Die knapp zweistündige Svensche Agonie nutzte Paul, um an seinem Brett ebenfalls ins Handgemenge zu gehen, aber auch hier hatte der ungarische Husar die eindeutig schärfere Waffe: 0:3.

Etwas länger kämpfte Lukas, wobei mir unklar war, ob sein Bauernopfer Mut oder Verzweiflung war. Als Ergebnis standen jedenfalls nach drei Stunden der Sieg für einen weiteren Schwertkämpfer aus der ungarischen Steppe und damit vier Siege für die Tostedter, die somit bereits aufgestiegen waren, an der Tafel. Wir hatten nirgends einen Vorteil, und nach Ablehnung meines Remisangebotes hatte ich den Verdacht, dass uns der Aufsteiger mit der Höchststrafe nach Hause schicken wollte .

Aber schließlich konnten wir doch noch zeigen, dass ein richtiger Osnabrücker auch bei widrigen Umständen (der Weg zum WC musste im kühlen Tostedter Dauerregen über den Schulhof zurückgelegt werden) zu kämpfen versteht! Ich konnte meinen Gegner mit einem Dauerschach "überzeugen", und nur wenig später gewann Christoph im Duell der bis dahin ungeschlagen gebliebenen Brett 8-Spieler sogar seine Partie! Mein Angebot, dass er sich mit seinem tollen 75%-Score endgültig um ein höheres Brett beworben habe, entgegnete er später mit der Aussage, dass er nur Glück gehabt und der Gegner wieder einmal den Gewinn (und heute einen Einschlag auf g2) übersehen habe. Dürfte wenig helfen, immer Glück ist Können!

Zurück zu den Brettern: Dirk hatte eine saubere Partie gegen seinen IM-Gegenüber hingelegt und ein verdientes Remis eingefahren. Und selbiges schien auch bei Achim der Fall zu sein, das Turmendspiel mit jeweils zwei Bauern war zu simpel. Aber unsere Überlegungen, ob das Lukullos bis zum angestrebten Saisonabschlussessen bereits geöffnet haben würde, waren wieder einmal ohne den "Feind" gemacht worden. Obwohl alles entschieden und die Stellung total ausgeglichen war, es ja nur noch um die persönliche Ehre ging und alle 13 Mitspieler auf das Ende dieser Partie und die anschließenden Feiern (bei uns stand mittlerweile fest, dass der Klassenerhalt aufgrund der Ergebnisse in der Oberliga gesichert war) warteten: es verzögerte sich! Der Tostedter stellte alle auf eine harte zweistündige Geduldsprobe, ohne letztlich das Remis und damit den 5,5:2,5 Endstand verhindern zu können.

Wir kamen somit erst später zu unserem verdienten Essen, welches wir ziemlich ausgehungert, aber gutgelaunt verspeisten! Schließlich haben wir ein weiteres Jahr die Landesliga gebucht, im kommenden Jahr mit noch stärkeren Gegnern, aber dafür kürzeren Fahrten und weniger Absteigern!

Gerd Müller, Mannschaftskapitän