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Landesliga Nord, 4. Spieltag, 4.3.2018 (Nachholspiel)

Schach-Schlacht von knapp 7 Stunden

Das wegen Winterwetter im Dezember ausgefallene Nachholspiel führte den Stader SV in unsere Heiligen Hallen. Es ging für beide Mannschaften um Alles, der Gewinner würde sehr gute Karten im Kampf um den Klassenerhalt haben. Und es begann gut für uns: Die Kontrahenten an Brett 2 spielten in einer komplizierten Stellung schnell, sehr schnell. Aber unser Paul hatte weitergerechnet, 1: 0 nach 18 Zügen und weniger als einer Stunde!

Eine schöne Duftmarke für die folgenden Stunden, in der sich mehrere komplizierte Stellungen ergaben. Noch vor der Zeitkontrolle erhöhten Christoph, der seine Stellung sukzessive verbessern konnte, und Lukas, der von einem Figureneinsteller seines Gegenübers profitierte, auf eine beruhigende 3:0-Führung. Aber es war nur eine scheinbare Beruhigung! Sven baute sich vernünftig auf, produzierte aber dann ein jähes Übersehen, was den baldigen Verlust erwarten ließ, ich verdribbelte mich in schon schlechterer Stellung ebenfalls und Dirk an Brett 1 hatte etwas unerwartet für mich plötzlich ein verlorenes S- vs.L-Endspiel auf dem Brett - 3: 3 nach der Zeitkontrolle.

Es blieben die Partien von Achim und Geert. Ersterer hatte wieder eine komplizierte Partie produziert, die jedoch nach beiderseitigem sauberem Spiel nach 5 h Remis gegeben wurde. Den Höhepunkt des Tages lieferte dieses Mal Geert ab. Seine Eröffnung und die resultierende Stellung ließ einen das Blut in den Adern gefrieren! Geert hatte lang rochiert, aber sein Gegenüber konnte bald kontern, zerriss die gesamte weiße Bauernstellung in der Luft und kam mit seinen Figuren dem weißen König bedrohlich nahe. Dieser musste fliehen und fand nach einer längeren Wanderung eine Zuflucht auf h3.
Eigentlich hatte es über lange Zeit nicht den Anschein, als ob Weiß dem schwarzen König etwas anhaben könnte, auch verbrauchte unser Mann viel Zeit.
Nicht anzunehmen, dass das Ganze erzwungen war, aber in der Zeitnotphase lichtete sich das Brett, der weiße König überlebte und Geert ging mit einer gewonnenen Mehrqualität in die nächsten Stunden. Und das folgende Endspiel verlangte ihm und den zuschauenden Kollegen wiederum alles ab! Zunächst spielte Geert genau, ließ aber dann Vereinfachungen aus. Die gegnerischen Springer verlangten immer hohe Aufmerksamkeit, und das bei konstant bleibender äußerst knapper Bedenkzeit von wenigen Minuten. Es schien bereits so, als ob er den Gewinn verpasst hätte, die ohnmächtigen Kiebitze verzweifelten, aber nach ca. 90 Zügen und fast 7 h Spielzeit brachte er den 4,5-3,5 - Erfolg mit dem letzten Bauern unter Dach und Fach!

Das Liga-Orakel sieht noch eine Abstiegsgefahr von 0,1 % (es kann evtl. 4 Absteiger geben), aber vom praktischen Gesichtspunkt können wir beruhigt den letzten Kämpfen (zunächst 11. März im Turm gegen Uelzen) entgegensehen.

Gerd Müller, Mannschaftskapitän