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Ein tiefer Zug aus der Erdbeerblau-Bowle

Lustspiel in 6 Akten (mit Regieanweisungen in Klammern)

1. Akt (komplett hinter der Bühne aufzuführen):
Plötzlich kommt ein ......... Telefon!

Zum Nikolaustag stand die nächste Runde an, ein Heimspiel gegen Hagen VI. Soweit, sogut. Tage vorher aber fiel krankheitsbedingt unsere Mannschaftsführerin Elisa Glaß aus, was zu einigem Durcheinander und eifrigem Telefonieren bei allen telefonisch Erreichbaren führte. Aber dank vieler Neuzugänge können wir glücklicherweise aus dem Vollen schöpfen.

2. Akt (Aufzug der Heimmannschaft):
Erste Ersteinsätze

Am Spieltag hatten wir dementsprechend neue Ersteinsätze von Kai Behnke (Brett 3), Günther Bensmann (Brett 5) und Ralf aka "Raphael" Florian (Brett 6). Hinzu kamen unsere alten Turnierhasen Maximilian Reuschel am Spitzenbrett, Lukas Schiermeyer (aufgerückt an Brett 2) und Amir Samani (Brett 4).

3. Akt (allein von der Heimmannschaft aufzuführen):
Das Patent

Für die Neuen unter den Neuen gab es um 15 Uhr 57 unseren patentierten 3-Minuten-Schnellkurs "Wie und wo schreibe ich die Notation auf?" Kai kannte sich hierin schon aus, was den Schnack, den man sich über ihn und eine Hamburger Jugendmeisterschaft erzählt, zu bestätigen scheint.

4. Akt (Aufzug der Gastmannschaft):
Wie jetzt, ist heute schon Weihnachten?
Weil ein Spieler der gegnerischen Mannschaft am Spieltag plötzlich Geburtstag hatte und absagen musste, gewann Raphael leider kampflos seinen Punkt.

5. Akt (Die Schauspieler mimen die Schlacht. Hinweis an die Choreografie: immer auf die Paarung 1:1 achten):
Hamborger Jong'
Den ersten echten Sieg heimste Kai ein. Recht flott gewann er seine Partie. Ihm folgten über kurz oder lang Günther und Amir. Während Amir mehr oder weniger Katz und Maus spielen konnte (Zitat: "Mach lieber einen anderen Zug, sonst kommt die Gabel."), war es für Günther schon wesentlich kniffliger. Sein Gegner übte auf einer offenen Zentrumslinie Druck gegen seinen unrochierten König aus, verlor aber dann die Partie nach einer Güntherschen Bauerngabel. Zwischenstand 4:0.

6. Akt (Die erste Schauspielerriege allein auf der Bühne, Komparsen am Rande. Dann alle auf der Bühne. Vorhang. Schluss. Musik, Herr Kapellmeister!):
Wie die Großmeister
Richtig spannend wurde es an den beiden Spitzenbrettern. Maximilian musste im Najdorf-Sizilianer einige kritische Situationen überstehen. Seinem Gegner gelang das Bauernopfer g5-g6, das der eine oder andere vielleicht auch schon mal in einer bestimmten Michael-Adams-Partie gesehen hat. Hier an Brett 1 gab es zweifellos die wildeste Schachpartie zu erleben.

Lukas an Nr. Zwo schuf seinem Spielstil getreu ruhigere Werke auf dem Brett. Im Gegensatz zum Nachbarbrett nämlich mit Rochade, Zentrumsspiel und ohne Flügelangriff. Seine Partie sollte auch die längste des Tages werden.

Maximilians Partie wurde von den Zuschauern unterschiedlich eingeschätzt. Dann aber gewann er dank Gegner eine Figur, ging zum Gegenangriff über und holte sich den ganzen Zähler. Eine schöne Kampfpartie, die bestimmt für die nächsten Wettkämpfe motiviert.

Vom Spielstand 5:0 gänzlich unbeeindruckt ging die Partie von Lukas und seinem Gegner weiter. Lukas hatte die offene c-Linie und besetzte sie zielstrebig mit zwei Schwerfiguren. Dann allerdings büßte er die Qualität ein und musste später angesichts der gegnerischen Figurenübermacht die Partie aufgeben. Eigentlich schade. Aber alles in allem ein mehr als verdienter Punkt für die junge Hagener Mannschaft.

Die nächste Runde Anfang Januar (10.1.) beim TSV wird eine bestimmt viel schwierigere Aufgabe.

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