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Punktepicknick in Riemsloh

In der 5. Runde stand die Auswärtsfahrt nach Riemsloh an. Eingepackt wurden Variantenkoffer, eine große Picknickdecke und ein noch größerer Picknickkorb, wissen wir doch ebenso wie unsere Gegner, welchen Punkte-Appetit eine Mannschaft haben kann, wenn sie ein eingespieltes Team darstellt.

Mit Blick auf die Mannschaftsaufstellungen war von vornherein klar, dass der Kampf an den hinteren Brettern entschieden werden musste.

Der Wettkampf selber lässt sich zeitlich in zwei Phasen einteilen. Die erste Phase lief ganz gut für uns, in der zweiten Phase kam das eine oder andere Schäufelchen Sand ins Getriebe. Zum Glück stand es nach Phase 1 bereits 5:0 für uns.

Als erster beendete, glaube ich, Dr. Heymann seine Partie. Sein Gegner, der lange Zeit gut mithielt, warf gegen Ende der Partie allzu viele Figuren weg. Danach war ich an der Reihe: Eine Unachtsamkeit meines Gegners konnte ich mit einem fiesen Zwischenzug ausnutzen, der zwangsläufig einen Springer gewann. Akurates Spiel sorgte für die schnellstmögliche Verwertung des Vorteils.

Das 3:0 besorgte Michael Furman, der, eingeweiht in ein geheimes Manuskript der Russischen Schachschule, mit 1.b2-b4 und nachfolgendem g2-g4 an beiden Flügeln angriff und seinen Gegner über den Haufen rannte. Seinen nächsten Gegnern habe ich nicht allzuviel verraten, weil das Manuskript in kyrillischer Schrift gedruckt und für Schachspieler ohne entsprechende Sprachkenntnisse nicht entzifferbar und deshalb auch nicht hilfreich ist.

Maik Teichler punktete zum 4:0, nachdem er lange ungünstig stand: Er mit Isolani, und sein Gegner tauschte und tauschte. Letzten Endes gelang Maik aber eine schöne Gewinnkombination.

Mit Mehrfigur und einigen Mehrbauern kam unser Ersatzmann Horst Tugemann zum wertvollen fünften Brettpunkt.

Gleich mehrfach wurde uns in Gabriel Schedensacks Partie ein halber Punkt geschenkt, angefangen vom nicht reklamierten Handyklingeln bis zum tödlichen Abzugsschach in der Endstellung. Ein Fässchen Bier für Riemsloh, wenn wir wegen eines halben Brettpunktes unser hochgestecktes Saisonziel erreichen sollten.

Eine Handvoll Bauern hatte Nikolai Bäumler weniger. Als Kompensation war die gegnerische Dame im Abseits und die Königsstellung luftig und bedroht. Nikolais Läufer hing wie ein Angelhaken in der weißfeldrigen Diagonale a8-h1, und schließlich musste der gegnerische König, ob er wollte oder nicht, anbeißen und sich an Land ziehen lassen.

Einziger Wehmutstropfen war die Niederlage von Jörg Hinken. Nun gut, sein Gegner scheint gerade die Saison seines Lebens zu spielen, da kann man sich ruhig mit in die Reihe der Umgekegelten stellen.

Nächste Runde ist erst in fünf Wochen, wir haben die 2. Mannschaft aus Fürstenau zu Gast, die nach deren 4:4 gegen Hagen bestimmt nicht zu unterschätzen ist.

Christoph Neumann

 

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