Das Brettspiel Go beim OSV

Angefangen hatte es mit der Fernsehübertragung der letzten olympischen Sommerspiele. Kurz vor jedem Sprint- und Hürdenwettkampf wurde aktiv Werbung gemacht für eine neue Trendsportart auf einem 19x19 Felderbrett (s.u.): „Ready, steady, Go!“ Und Go nahm seinen Siegeslauf. Weil die Schachspieler beim Osnabrücker Schachverein ihre besten Sprintertage schon hinter sich haben, also eher passive Sprinter, aber dafür umso mehr aktive Spieler sind, ließen sie sich von der Go-Werbung animieren – und fanden Gefallen!

Mittlerweile sind Go-Bretter im Schachverein Osnabrück genauso häufig zu sehen wie Schachbretter. Vor allem die Spielvariante Logo hat es den Denksportlern verständlicherweise angetan.





Go – das schwierigste Brettspiel der Welt: Noch haben Computerprogramme keine Chance gegen Go-Großmeister!



Wie alles begann: Ein bisschen Geschichte

Seine Heimat hat das Brettspiel Go in Asien. Dort schlummerte es knapp 4000 Jahre von der übrigen Welt unbeobachtet, bis im Zuge der Entdeckung der neuen Welt in Nordamerika Go sich wie ein Präriebrand verbreitete. „Go West!“ war das Motto eines jeden spielfreudigen Amerikaners geworden und lockte Tausende gen Westen in Richtung Las Vegas und anderer Spielehochburgen.

1958 schwappte im Zuge der Hula-Hoop-Welle auch die Leidenschaft am Brettspiel Go nach Deutschland. Heimliche Hauptstadt der Brettspielfans wurde die damals noch niederdeutsch „Lernje“ heißende Stadt in NRW, die wegen der vielen dort stattfinden Landeseinzelmeisterschaften (LEM) im Brettspiel Go 1976 seinen Namen änderte: Lemgo.

Das Brettspiel Go in Osnabrück

Das Brettspiel Go hat seinen festen Platz in Osnabrück erobert. Ruft man dem Bürgermeister oder einem Stadtrat zu, Osnabrück sei eine „No-Go-Area“, muss man lange Beine oder gute Turnschuhe haben. Die im Bild oben gezeigten Spielsteine sind aus den Regalen der Spielwarenhändler nicht mehr wegzudenken. Oder doch? Gerade in Osnabrück künden sehr oft in den Schaufenstern angebrachte Plakate trostlose Ebbe in den Go-Regalen an: „Go-Steine ausverkauft!“

Rege und findig auf Osnabrücker Art konnten die Süchtigen des Go-Brettspiels aber einfache Ersatzstoffe finden, z.B. die auch in offiziellen Go-Turnieren erlaubten Mango-Kerne oder Kaffeebohnen. Speziell in Osnabrück bieten viele Bäckereien eine eigene Go-Ecke an – Stehtisch mit einem Go-Brett und Kaffeebohnen als Spielsteine. Die Werbung hierfür ist auch in den Schaufenstern und Eingangstüren angebracht“ „Coffee to go“ lädt in jedem gut sortierten Bäckerladen zum Brettspiel Go mit Kaffeebohnen ein.

Und wenn einmal keine Spielsteine zur Verfügung stehen, kann man mit der Spiele-App „Nintengo“ seinem Lieblingsspiel frönen.

Go im Schachverein

Das Brettspiel Go als Liga- und Leistungssport kommt martialisch einher. Das gehört einfach dazu. Und so haben sich die Go-Spieler des OSV auch einen martialischen Namen gegeben – die Gozillas.





Links im Bild: Ein Mannschaftsmitglied der Gozillas.

In der Saison 2015/16 will der Osnabrücker Schachverein mit seinen Gozillas in die Go-Liga einsteigen. „Gewiss, die ersten Spiele werden für uns Neulinge sehr schwer, gleich in Runde 1 geht es gegen die „Hannover Goliaths“, da werden wir die eine und wohl auch andere Fango-Packung abkriegen“, geben sich die Gozillas realistisch.

Aber nur wer lernt, gewinnt!